Emil Rysler
1991-1998 Associierter Architekt
Burckhardt + Partner AG
Konzept, Entwurf, Baubegleitung

Die Anlage der Psychiatrischen Universitätsklinik der Stadt Basel (PUK) stammt in ihren Grundzügen aus den Jahren 1884-1886. Es war der erste Kliniktyp dieser Art in der Schweiz. Behandlungs-, Betten- und Betriebspavillions wurden einer symmetrischen Ordnung folgend in eine grosszügige englische Gartenanlage integriert. Von den ursprünglich gebauten 13 Häusern sind noch 11 erhalten. Zu diesen, heute als historisch geltende Gebäude, werden auch die beiden Burckhardt+Partner anvertrauten Häuser E und P gezählt. Sie stehen nicht unter Denkmalschutz, repräsentieren aber ein überdurchschnittliches Stück Architektur- und Technikgeschichte und haben als Teil des besonderen Ensembles der PUK im Lauf der Jahre ihre Akzeptanz gefunden.

Plan Gesamtanlage

Das Haus P wurde ursprünglich als Männerhaus mit zwei Stationen - eine Station für ruhige Patienten, eine für unruhige - gebaut. An die beiden Schlafsäale mit 2 mal 9 Betten reihten sich die Zimmer der Wärter und die Aufenthaltsräume. Zwischen den Schlafsäalen, bzw. zwischen den Stationen befanden sich die allgemeinen Räume, die Wannenbäder und Stationszimmer. Im Geschoss darüber, mit internen Treppen verbunden, lagen die Ateliers zur Beschäftigung der Patienten und weitere Wärterzimmer. Von aussen gut ablesbar markieren die beiden Giebel die Lage der Schlafräume als zentrale Nutzungslemente des Hauses. Entsprechend der Unterschiedlichkeit der beiden Stationen wurden auch die beiden Giebel unterschiedlich ausgestattet. Derjenige vor den Schlafsäalen für ruhige Patienten symbolisierte mit seiner Veranda den grösseren Aktionsraum, der diesen Patienten zugestanden wurde. Vor der Station für unruhige Patienten begrenzte ein abgeschlossener Hofbereich den freien Ausgang.

Alte Ansicht von innen
Alter Erdgeschossgrundriss